Der Zuger Chronist Hans Kolin führt den Ursprung sowie die Privilegien des «Grossen, Allmächtigen und Unüberwindlichen Rates von Zug» auf Kaiser Otto I. (936 – 973) zurück. Protokolle und Aufzeichnungen findet man allerdings erst im 15. – 18. Jahrhundert. Daselbst wird berichtet, dass 1477 ein sog. Saubannerzug ins Welschland zog, um den zugesprochenen Anteil an der Burgunderbeute nach Zug zu bringen. Dieser Saubannerzug nahm aber ein unrühmliches Ende und die «wüsten Gesellen» mussten unverrichteter Dinge nach Zug zurückkehren.

Im Laufe der Zeit wurde aus dem übermütigen Rat eine abgeschlossene Gesellschaft würdiger Herren, die sich zur Pflege des gesellschaftlichen Lebens, der Erhaltung guter Sitten, zur Entwicklung des demokratischen Lebens sowie karitativer Zwecke zusammentaten. Sie hatten eine eigene Gerichtsbarkeit, die vom Rat der Stadt Zug voll anerkannt wurde. Das älteste Mitgliederverzeichnis datiert aus dem Jahre 1586.

Das vorläufige Ende des Grossen, Allmächtigen und Unüberwindlichen Rates von Zug war der Brand vom 18. Februar 1795 in der «Geissweid», wo die Gründungsstätte der Gesellschaft, die alte Trinkstube mit der Darstellung des Saubannerzuges, ein Raub der Flammen wurde. Die Französische Revolution und die damit verbundenen revolutionären Umwälzungen 1798 verhinderten leider eine Weiterführung der Gesellschaft.

Am 6. August 1977, in Erinnerung an den Saubannerzuges nach Genf, wurde der «Grosse, Allmächtige und Unüberwindliche Rat von Zug» durch junge Zuger aus einer fast 200-jährigen Verbannung wieder in die «uralten Rechte» eingesetzt, folglich auch «zeitgemäss» gewandet und bewaffnet. Sinn und Zweck der heutigen Gesellschaft ist die Hebung und Pflege des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens und – gemäss Satzungen – wird allen Reichsfrauen, Reichsrittern, Edelfrauen, Rittern und Junkern die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten zuerkannt. Daneben wird bei der Beurteilung von «Menschlichem, Allzumenschlichem» durch das eigene Gericht mild geurteilt. Echte Kameradschaft und witzige Geselligkeit stehen bei den Zusammenkünften und Veranstaltungen stets im Mittelpunkt.

Alljährlich wiederkehrende Feste sind:

Der Reichsrat im Januar, der Reichskongress in der Fasnachtszeit, der Ritterschlag für Neuaufgenommene im April, der Reichsrat der edlen Reichsfrauen (Frauentag) am St.-Urbans-Tag am 25. Mai, der Geburtstag des «neuen» GAUR am 6. August, die Übergabe des «Zehnten» ans Kloster Maria Opferung an Martini (11. November), das traditionelle Rötelimahl Ende November und der Bacchusstamm als Abschluss des Gesellschaftsjahres im Dezember.